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Reiseberichte

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Reisebericht von Rainer Walk – Februar 2011

Reise war wirklich super, kann ich nur empfehlen.

Ich war vor 4 Jahren schon mal mit WORLD INSIGHT in Äthiopien. Seitdem hat sich vieles grundlegend verbessert.

Wir waren 12 Teilnehmer im Alter von 38 bis 74 Jahren. Die Fahrzeuge waren tadellos. Der Bus für den Norden hatte mehr als 20 Sitze und war in super guten Zustand. Top war auch unser Fahrer Yussuf. Er war der Beste, den ich bei meinen vielen Reisen hatte. Im Süden hatten wir 4 Toyota Landcruiser, von neu bis alt. War also reichlich Platz für uns 12 mit Reiseleiter. Wir kamen jeden Tag noch bei Tageslicht an unserem Ziel an.

Das Wetter war super gut. Jeden Tag hatten wir Sonnenschein und es waren tagsüber ca. 20 bis über 30 Grad, je nach Höhenlage.

Essen und Trinken

Es gibt alles Mögliche, verschiedene Nudeln, Steaks mit Pommes, Pizza, Fisch, Injera mit Fleisch oder Soßen. Also für alle was dabei. Probleme mit dem Magen hat es nicht gegeben. Fisch würde ich aber nur da essen, wo es auch einen See gibt. In jeder Spelunke gibt es Kaffee in Topqualität, von Mocca bis Macchiato. Wasser und Bier auch. Für ca. 60 Birr der Liter gibt es auch Cognac - schmeckt gar nicht schlecht und desinfiziert!

Wir hatten auf den Campingplätzen einen eigenen Koch mit Küchencrew. Das Essen war spitze, reichlich und es gab immer Suppe als Vorspeise und einen Nachtisch. Kaffee und Tee sowieso.

Wer beim Frühstück nicht jeden Tag Eier mag, kann sich ein paar Dosen Wurst von Zuhause mitnehmen. Auch wurden einmal je ein Schaf und eine Ziege lebend gekauft und für uns geschlachtet und zubereitet. Hühner gab es auch ganz frisch.

Hotels

Die Hotelzimmer bzw. Bungalows waren neu bis abgewohnt, groß bis klein. Es war von allem etwas dabei, aber immer sauber.

Preise

1 Euro sind ca. 22 Birr. Ein einfaches Essen kostet zwischen 20 und 40 Birr, Kaffee ca. 5 bis 10 Birr, Bier, auch gezapftes, zwischen 7 und 15 Birr. Wasser in 1,5 Liter Flaschen ca. 10 Birr. Ich habe für die 4 Wochen ca. 200 Euro gebraucht. Ich habe es mir aber gut gehen lassen. Also ich glaube, es geht kaum noch günstiger.

Was zu beachten ist: Die Eintrittspreise sind ganz schön happig. Also beim Buchen schauen, ob sie mit dabei sind. Videokameras kosten bei den Sehenswürdigkeiten extra und sind unverschämt teuer.

Die Zeltplätze sind super schön gelegen und mit Duschen und Toiletten ausgestattet. Plagegeister gab es fast keine. Ich habe einige Nächte im Freien außerhalb des Zeltes geschlafen. Toll. Der zweite Camping-Platz im Semien liegt auf einem Plateau auf 3.600 Meter, einmalig schön. Gepäcktransport sowie die gesamte Campingausrüstung erfolgt mit Pferden, da es keine Straße gibt.

Wichtig: Die Nächte im Semien und Bale sind sehr kalt, teilweise bis zu 0 Grad. Also lieber einen warmen Schlafsack und eine Luftmatratze als Unterlage mitnehmen. Die vorhandenen Unterlagen sind doch recht dünn!

Die Fälle des Blauen Nil sind leider eine Enttäuschung. Das Kraftwerk zieht anscheinend mittlerweile so viel Wasser ab, dass die Wasserwand von 100 Metern, was man auf den allgemein bekannten Bildern sieht, bei unserem Besuch kaum noch vorhanden ist. Sehr Schade.

Ich denke zu den einzelnen Kulturdenkmälern brauche ich nichts zu schreiben, das kann jeder im Internet bzw. Reiseführer nachlesen.

Wanderungen

Hier sind die Angaben im WORLD INSIGHT-Katalog bezüglich Schwierigkeitsgrad und Dauer vielleicht nicht immer ganz zutreffend. Die Wanderung am ersten Tag im Semien dauerte ca. 7 Stunden und ging sehr viel Berg auf. Am zweiten Tag waren es ca. 5 Stunden in einer super geilen Landschaft. Am dritten Tag ging es wieder zurück zum ersten Übernachtungsplatz, auch 7 Stunden, dabei aber mehrheitlich bergab. Im Bale war der erste Tag schön zum Wandern, keine großen Steigungen, aber halt 30 Kilometer. Ich habe vorher abgebrochen, was kein Problem war, da man den Weg auch gut alleine zurückfinden kann.

Die Wanderung in Lalibela zum Kloster geht 3 Stunden nur bergan mit einer starken Steigung auf dem größten Teil der Strecke. Aber die Aussicht von oben lässt alle Anstrengung vergessen!

Die heißen Quellen in Wondo Genet sind laut Aussage unseres Reiseleiters an Privat verkauft und deshalb nicht mehr zugänglich.

Die Straßen im Süden sind teilweise sehr schlecht und deshalb sind die Landcruiser auch angebracht.

Super interessant und farbenfroh sind die Märkte, die wir besucht haben. Ganz wenige Touristen. Einfach Klasse. Leider ist das mit dem Besuch bei den Naturvölkern (Mursi, Karo, Hamar usw.) so eine Sache. Grundsätzlich sehen sie alle sehr gut aus. Aber: Es muss für jedes Foto ca. 1 bis 3 Birr gezahlt werden, was grundsätzlich kein Problem wäre. Leider wird man in den Dörfern die ganze Zeit massiv angegangen. Jeder der Bewohner versucht ein paar zusätzliche Birr mit den Fotos zu verdienen. Das artet dann soweit aus, dass man permanent angesprochen wird. „Hello Mister, you, picture, one birr, two birr“ und das ewige Gezupfe an den Armen machte mich ganz schön fertig. Nach einer Stunde war ich froh, wieder ins sichere Auto zu steigen. Besonders schlimm war es bei den Mursi. Sehr, sehr schade, aber das ist halt so. Wie sie leben kann ich nicht sagen, denn die Bewohner sind nur auf der Jagd nach bezahlten Bildern und dauernd hinter den Touristen her.

Am schönsten für mich war es am Omo Fluss bei den Karo. Auch sind die Karo nicht so aufdringlich. Ihr Dorf liegt auf einem Plateau und unten fließt der Omo. Die Anfahrt über Stock und Stein dauert ca. 2,5 Stunden. Einfach toll die Aussicht und die Landschaft. Großtiere, wie in manchen Reiseführern beschrieben (Zebras, Giraffen, Elefanten usw.), haben wir kein einziges gesehen. Dafür aber Rindviecher in Massen.

Nochmal, die Reise war super schön, abwechslungsreich und ich würde sie jederzeit wieder machen.

Hier noch ein Hinweis humanitärer Art. Die Einwohner, insbesondere die Kinder sind größtenteils sehr, sehr arm, was man an der Kleidung unschwer erkennen kann. Wer also etwas wirklich Gutes tun will, nimmt nicht mehr benötigte Kleidung zum verschenken mit. Hauptsächlich Kinderkleidung und Schuhe. Ebenso gut kommen Luftballons und Kulis/Bleistifte an.

Eines noch zum Abschluss.

Vor 4 Jahren war ich im Januar zum Timkatfest unterwegs. Wenn man jetzt zu den Stätten des Festes kommt, fehlen die vielen Menschen, die Priester mit den bunten Schirmen, die Gesänge und Tänze.

Also mein Tipp: Auf jeden Fall zum Timkatfest fahren!

Reisebericht von Trude Rothenbücher – Deztember 2010

Die Äthiopienreise mit WORLD INSIGHT hielt das, was sie versprochen hatte.

Wir waren zuvor schon in Venezuela und in Südamerika dabei und erwarteten schon aufgrund dieser Erfahrungen, dass wir mit WORLD INSIGHT wieder u.a. auch abseits von den großen touristischen mainroads reisen würden.

Wir gehören zu den Leuten, die sich gerne bewegen. So waren die beiden Trekkingtouren in gigantischer Landschaft in über 3.000 m Höhe wahre Highlights für uns. Im Simien Nationalpark waren wir 3 Tage mit 4 Zeltübernachtungen und im Bale Nationalpark 2 Tage mit 3 Zeltübernachtungen.

Wir hatten einen kleinen Bus, der eben so groß war, dass 12 Leute gut Platz haben. Natürlich dauern die Fahrten bei den äußerst schlechten oder eigentlich gar nicht vorhandenen Straßen eine Ewigkeit. Dafür führen sie durch grandiose Landschaft, bieten Gelegenheit, die Menschen, die Dörfer, die unendlichen Rinder- und Ziegenherden, die Pferde und Esel und immer wieder die überall anwesenden Kinder zu erleben.

Der deutschsprachige Guide, ein geborener Addis Abebanier, war nicht nur sehr sympathisch, sondern auch stets bereit, kleine Sonderwünsche zu berücksichtigen und alle Fragen zu beantworten. Wenn auch nicht immer absolut zuverlässig richtig - was man ihm aber sofort verzeihen konnte!

"activPlus" nennt sich die Reise, und so sind wir fast immer mit Sonnenaufgang auf den Beinen gewesen, um den Tag bis zum Sonnenuntergang nutzen zu können. Wir hatten bei allen Sehenswürdigkeiten zusätzliche örtliche Guides, z.B. in Gondar, in den Klöstern, in Lalibela, in den alten und neuen Kirchen, in den Museen, Palästen und auf dem Mercato in Axum und sogar beim Trekking begleiteten uns jeweils ein zusätzlicher Guide und 2 Scouts. Und so fühlten wir uns immer sicher und waren keinerlei Gefahren ausgesetzt.

Wir waren uns im Klaren - so, wie die Reise beschrieben ist – dass es auch anstrengend werden kann, z.B. das Wandern und Schlafen in Zelten in großen Höhen, die doch oft sehr langen Fahrten im Bus oder im Süden in den Allradautos. Wir rechneten auch damit, dass wir den unterschiedlichsten Temperaturen ausgesetzt sein würden - im Norden wird es hoch oben schon richtig kalt bis frostig nach Sonnenuntergang; im Süden ist es dafür wirklich richtig heiß. Mit der richtigen Kleidung macht das eine solche Reise noch interessanter, kontrastreicher, lebendiger. Es ist ein sehr gutes Gefühl, sich einmal für ein paar Wochen ganz anderen Lebensbedingungen ausgesetzt zu haben.

Schwierig ist es, sich gegenüber der Armut bzw. den Bettlern und den so sehr bedürftigen Kindern richtig zu verhalten. Schwer ist es auch manchmal, sehen und aushalten zu müssen, wie arm sehr viele Menschen sind und dass wir "Touris" nicht wirklich helfen können, sondern eigentlich ein Leben wie die Maden im Speck führen.

Die Urtümlichkeit der Stämme im Süden ist noch erhalten, wenn wir davon absehen, dass die Menschen gelernt haben, den Touris richtig Geld für Fotos abzuknöpfen. Für die Verhältnisse im Land verlangen sie ziemlich viel Geld, um sich fotografieren zu lassen  und stellen sich dabei zur Schau, als wären sie auf dem Viehmarkt. Aber auch diese Eindrücke ergänzen die Einblicke in das so fremdartige und exotische Land, in dem die Zeit insofern stehengeblieben ist, als dass der dort gültige Julianische Kalender jetzt im Jahre 2003 angekommen ist und die Gebräuche der dortigen Orthodoxen Christen (nahezu die Hälfte der Bevölkerung) oftmals identisch sind mit dem, was wir von Muslimen und Juden kennen.

Wir sind schon seit gut 2 Wochen wieder daheim, trotzdem bin ich noch nicht richtig wieder angekommen - und wenn ich nochmal die Gelegenheit hätte, nach Äthiopien zu fliegen, würde ich es wieder mit WORLD INSIGHT machen. Auch weil, was nicht zu unterschätzen ist, wir den Eindruck haben, dass das "Preis-Leistungs-Verhältnis" stimmt.