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Inkawelt und Küstenwüste im Reich des Kondors

22 Tage ab € 2.450,00

Reiseberichte

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Reisebericht von Andrea Pörtsch – Juni/Juli 2011

Ich war im Juni gut drei Wochen in Peru unterwegs, genauer in Zentral- und Südperu. Diese Reise bot mir zwei Premieren: mein erstes Mal Südamerika und mein erstes Mal mit einem Veranstalter, der nur direkt zu buchen war. Beides ruft nach „Folgevorstellungen“. Peru hat mir außerordentlich gut gefallen, es ist so vielfältig, bunt, interessant, erstaunlich und liebenswert. Ehrlich, ich wäre am liebsten gleich dort geblieben. […]

Ich muss sagen, ich wurde äußerst positiv überrascht. Wir flogen mit einer renommierten Fluggesellschaft (KLM/Air France), die Reise war top organisiert. Wir übernachteten in Zwei- und Dreisternehotels, keine großen Hotelketten, sondern kleine, feine Familienhotels, alle tipptopp sauber … Wir hatten einen sehr guten Reiseleiter, Marco, der uns die ganze Reise über begleitete, und zusätzlich pro Ortnoch einen lokalen Guide. Echt toll!

Also, los ging’s in München, zuerst mal nach Amsterdam. Von dort weiter nach Lima (ca. 12,5 Stunden). Kurz vor Sonnenuntergang waren wir im Landeanflug auf die peruanische Hauptstadt. Ein unwirklich schönes Bild bot sich uns, als die Anden im Licht der untergehenden Sonne rot leuchtend aus dem Nebelmeer auftauchten. […]

Von Lima fuhren wir am Meer entlang nach Süden. Die Stadt Pisco wurde unser neuer Stützpunkt. Pisco selbst ist nicht unbedingt sehenswert. Die Stadt wurde vor ca. 5 Jahren durch ein schweres Erdbeben zerstört und ist heute noch zum großen Teil ein Ruinenfeld. Aber die Umgebung lohnt sogar eine extra Reise nach Peru. Im Nationalpark auf der Halbinsel Paracas liegen Wüste und Meer direkt nebeneinander. Unglaublich! Wunderschön! […]

Am nächsten Tag fuhren wir per Boot zum Nationalpark der Islas Ballestas, die Klein- Galápagos genannt werden. Hier erwarteten uns Pinguine, Robben, bunte Krabben von enormer Größe und eine Unzahl Vögel. Früher wurde hier der bekannte Guano- Dünger abgebaut. Wie’s roch, brauch ich wohl nicht genauer zu beschreiben. […]

Arequipa (ca. 2.400 m Höhe) war unser nächstes Ziel. Die alte Kolonialstadt Arequipa ist von 3 Vulkanen umgeben. Berühmt ist Arequipa für das Santa Catalina Kloster, eine Stadt in der Stadt. Früher lebten hier gut 500 Nonnen, heute sind es nur noch 20. Auf einer Fläche von 20.000 m2 erstrecken sich Innenhöfe, Wohnungen, Gärten (Orangenbäume – in dieser Höhe!), eine Kirche. Über allem thronen die schneebedeckten Vulkane. Den Tag ließen wir beim Sonnenuntergang auf einer Dachterrasse an der Plaza Mayor ausklingen. […]

Der Colca Canyon ist eine der tiefsten Schluchten der Welt, umstanden von 6.000ern und überflogen von unzähligen Condoren. Majestätisch zogen die riesigen Vögel über unsere Köpfe hinweg. Einmalig! Nächste Stationen unserer Reise waren Puno und der Titicaca-See. Der Titicaca- See! Eine Legende! So oft hatte ich schon von diesem auf 3.800 m gelegenen See gehört, und nun war ich tatsächlich da. Wow! Er ist unglaublich majestätisch! Nach der ersten Nacht in Puno, ging es per Boot raus auf das blaue Binnenmeer. Zuerst besuchten wir die Schilfinseln der Uros, künstlich angelegte Inseln, ca. eine halbe Stunde Fahrzeit per Boot von Puno entfernt. Danach fuhren wir gut 3 Stunden weiter raus in den See auf die Insel Amantani, wo wir auch bei einheimischen indigenen Familien übernachteten. Das war eines der absoluten Highlights dieser Reise. Am späten Nachmittag stiegen wir auf den höchsten Punkt der Insel (gut 400 Höhenmeter, ausgehend von 3.800 m!!! – da hatte mein Herz ganz schön zu pumpen), um bei einem alten Inkatempel den Sonnenuntergang über dem See zu beobachten. Ein einzigartiges Erlebnis. Nach dem Abendessen bei der Familie wurden wir alle in lokale Kleidung gesteckt, und es gab eine fröhliche Fiesta mit der Dorfbevölkerung. Eine Combo spielte auf, wir tanzten alle miteinander und hatten sehr viel Spaß. […]

Cusco ist meine absolute peruanische Lieblingsstadt. In Cusco habe ich mich verliebt. Sie liegt auf 3.350 m, umrahmt von Bergen, hat 300.000 Einwohner. Hier verschmelzen Inka-Traditionen und spanisches Kolonialerbe zu einer einzigartigen Melange. […]

In Cusco haben wir die Fronleichnamsprozession erlebt, ein riesiges Volksfest, eine ganze Stadt im Ausnahmezustand. Von allen Pfarren wurden die Heiligenstatuen in die Kathedrale gebracht. Die Plaza de Armas, der Hauptplatz, war übervoll von Menschen. Man kam kaum noch durch. Und auf der Plaza San Francisco war die Fressmeile untergebracht. Wie man bei uns bei Volksfesten Bratwürstl isst, speist man in Cusco traditionell Chiriuchu. […]

Beim Inti Raymi, dem Inka-Fest der Wintersonnenwende, saßen wir als einzige Touristen auf dem Zuschauerhügel direkt unter den Einheimischen. Fast interessanter als das ohnehin imposante Spektakel auf der Bühne war das Spektakel, das sich uns in den Zuschauerreihen bot: picknickende peruanische Familien, fliegende Händler, die alles Mögliche feil boten. […]

Vom Ort Ollantaytambo im heiligen Tal der Inka fuhren wir per Bahn nach Aguas Calientes, dem Ausgangspunkt zur Besichtigung von Machu Picchu. […]

Wir erreichten Machu Picchu gegen 7 Uhr morgens. Noch zeigte sich Machu Picchu von seiner mystischen Seite und hüllte sich in Nebel, der sich aber im Laufe des Vormittags auflöste. Es ist ein besonderer Ort, magisch, schwer zu beschreiben. Ich saß oft nur da und habe die Stimmung auf mich wirken lassen. Majestätisch, wie die hohen, tiefgrünen Berggipfel die Stätte umkränzen. Weiter in der Ferne blitzen schneebedeckte Gipfel, tief unten in der Schlucht glitzert der Rio Urubamba. Und rundum all diese Mauern, Häuser, Tempel, astronomischen Stätten, die so viele Geschichten erzählen könnten, wenn sie könnten. Ein Zauber! […]

Peru hat mich tief in seinen Bann gezogen, ein Teil meiner Seele ist immer noch dort. […]