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Andengipfel, Tafelberge und Karibik

21 Tage ab € 2.499,00

Reiseberichte

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Reisebericht von Heinz Schröder – Februar 2011

Naturwunderland Venezuela

Vom Tourismus bisher wenig beachtet, dieses Land der Berge, Flüsse, unverfälschter Natur und spannender Ethnien, in dem wir uns auf dieser WORLD INSIGHT-Reise befinden.

Die Isla Margarita, das Aushängeschild. Wir lassen sie links liegen und streben den windumtosten, kahlen Hochgebirgslandschaften der Anden zu. In der kleinen Posada Gavidias, einem Dörfchen auf über 3.000 Metern Höhe, genießen wir den einfachen, aber fröhlichen Abend und erfrischende Wanderungen in der Umgebung.

Ein Stück Weg und einen Tag weiter: Auf dem Rio Apure wartet die Fahrt im Motor-Einbaum, hinein in den Sonnenuntergang und hinaus in die fantastische Tropennacht. Vogelschwärme suchen ihre Schlafplätze, die Augen der Kaimane leuchten im Schein der Taschenlampen und eine meditative Stille stülpt sich über die Landschaft.

Umso turbulenter ist der Abend auf dem originellen Bauernhof. Mit Spannung werden wir von den Einheimischen und vor allem von den Kindern erwartet. Denn wir sind natürlich etwas Besonderes, wie auch für uns der Abend und die Nacht etwas Besonderes wird. Da kreucht und fleucht ein kleiner Zoo aus Esel, Pferd, Papagei, Äffchen, Schildkröte und Hühnerschar. Der Höhepunkt ist der harmlose, jedoch beeindruckende Besuch der Haus-Anakonda, die uns einen speziellen Nachtgruß bietet. Wir kicken noch mit einem Kürbis gegen die Buben um die „Apure-Trophy“, bis diese in ihre Betten, sprich Hängematten, verschwinden müssen. Auch für uns wird es Zeit, die für den gemeinen Mitteleuropäer etwas ungewohnten moskitosicheren Netze aufzusuchen. Abschied!  Leider geht es zu schnell wieder zurück.

Der Nationalpark von Canaima ist nur mit dem Kleinflugzeug zu erreichen. Schon von oben sind die traumhafte Lagune mit den berühmten drei Palmen mittendrinn und die breite Wasserfallfront gut zu sehen. Einzige Straße zum weiteren Höhepunkt der Reise ist natürlich der Fluss. Die geheimnisvollen Tepuis tauchen auf und wir können uns an dieser Urlandschaft mit ihren Wäldern, wilden Wassern und vor allem den Tafelbergen gar nicht sattsehen.

Die Lodge ist erreicht, ein Wolkenvorhang tut sich auf und auf der Bühne erscheint der höchste Wasserfall der Erde: Fast 1.000 Meter schickt der Tepui seine Wasser im freien Sturz zu Tale. Wir füllen die Chips unserer Kameras mit  immer neuen Ansichten oder sitzen staunend und still vor diesem Naturmonument. Jimmy Angel entdeckte auf der Suche nach Gold diesen Brillanten der Natur, weshalb es nur recht und billig war, die Fälle als „Angel-Fall“ nach ihm zu benennen. Wir reißen uns los, denn im Camp warten das am Spieß, im offenen Feuer gebratene Hähnchen und eine weitere Schaukelnacht in der Hängematte auf uns. Aber wir sind ja jetzt schon Profis.

Nach unserem Aufenthalt im prächtig über der Stadt gelegenen Hotel in Ciudad Bolivar, gewöhnen uns Fahrten auf dem Orinoco und Entdeckertouren im weitläufigen Delta des Flusses an das Leben als „Boat-People“. Von der urigen Lodge dort streifen wir durch kleine Nebenarme, vorbei an undurchdringlichem Dschungel und kleinen Indianersiedlungen. Wir beobachten Tukane, seltsame Hühnervögel und viele andere Mitglieder der fliegenden Zunft. Wir können jetzt verstehen, warum die Warao-Indianer, deren sumpfiges Dorf wir besuchen, niemals versklavt werden konnten. Hierher traute sich kein spanischer Eroberer hoch zu Pferd, denn er hätte vermutlich nie mehr seinem König berichten können.

Karibik, ein Begriff, der in uns sofort Bilder weckt. Wir werden nicht enttäuscht. Santa Fe, das kleine Fischerdörfchen beherbergt uns und breitet seinen ganzen Schatz an Inseln, Buchten und einsamen Stränden vor uns aus. Wir bummeln zwei Tage mit dem Boot durch den Mochima-Nationalpark, unterbrochen von Bade- und Grillpausen, dem Beobachten von Delfin-Schulen. Die Tage werden stets mit frischem Fisch und funkelndem Wein in langsam verglühender Karibik-Sonne abgeschlossen.

War es das? Natürlich nicht, denn viele kleine und größere Erlebnisse gibt es auch zwischendurch. Ein Land, das für Überraschungen immer gut  ist und noch hoffentlich sehr lange Geheimtipp bleibt.

Verschonen wir die Anakonda und Jimmys tiefen Fall vor der Masse!