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Mai 2015

Große Insel Madagaskar - Paradies mit kleinen Fehlern

Ein Reisebericht von  Eva-Maria Farin

Mit ihrer Reise nach Madagaskar erfüllte sich Eva-Maria Farin einen Jugendwunsch. Auf dem Mini-Kontinent traf sie nicht nur auf faszinierende Natur, sondern auch auf Bananenräuber, "Muckibuden"-Figuren und Putzerfische.

Ein Wunsch meiner Jugend war immer eine Reise nach Madagaskar. Ich hatte einmal eine Reise dorthin bei einem anderen Veranstalter ins Auge gefasst, die ich aber wegen unpassender Termine und ebensolcher Preise nicht mitgemacht habe. Aber nun ging mit WORLD INSIGHT mein Wunsch doch noch in Erfüllung: Ich reiste mit einer netten Gruppe durch den Mittelteil dieses faszinierenden Mini-Kontinents.

 

Die Anreise mit langem Nachtflug hatten wir bereits während des 2. Frühstücks im Hotel vergessen und ließen uns dort vom bunten und geschäftigen Treiben vor den offenen Türen des Essensraums aufmuntern und anregen. Die Hauptstadt des Landes liegt für Neuankömmlinge aus gemäßigten Breiten sehr günstig, weil hoch (+/- 1400m) und ist klimatisch an unsere Sommer angepasst, was uns bei der nachmittäglichen Stadtbesichtigung sehr entgegen kam. Die zauberhafte, schöne Lage auf sanften Hügeln sowie fehlende Hochhausbebauung – es gibt nur ein einziges – machte uns diese bevölkerungsreiche Stadt sehr sympathisch. Auch die offenen, neugierigen, liebenswürdigen und überwiegend sehr hübschen Menschen trugen zu unserem Wohlbefinden bei. Ich hatte während des gesamten Aufenthalts kein unsicheres Gefühl, nicht mehr als bei uns in den Fußgängerzonen!

 

Dass wir am anderen Morgen nach einer relativ kurzen Nacht bereits wieder zu einem Inlandflug starten mussten, war nicht bequem aber unvermeidlich, denn über Land wären wir zwei Tage unterwegs gewesen. So erreichten wir unser vorläufiges Ziel in Morondava an der Westküste bereits am frühen Morgen. Obwohl die Einreisemodalitäten uns einiges an Geduld abforderte, regelte unsere kompetente und außerordentlich gut organisierende, vorausschauende, humorvolle, geduldige und hervorragend Deutsch sprechende Reiseleiterin Seheno alles für uns! Wir wurden von ihr nicht nur bestens ver- und umsorgt, als Einheimische brachte sie uns auch Land und Leute nahe, wie es kein auswärtiger Reiseleiter vermocht hätte.

 

Immer waren wir mitten im Gewühl, spazierten über Märkte oder durch Dörfer, probierten exotische Früchte oder bewunderten die Vielzahl an Gemüsen und Kräutern. Wir besuchten Werkstätten, Läden, Restaurants oder einfache Lokale, fuhren auf abenteuerlichen Fähren oder in Auslegerbooten und mit Jeeps über eigentlich nicht befahrbare Buckelpisten. Nur selten trafen uns als Reisende skeptische Blicke, meist lachte oder lächelte man uns zu, sobald wir auf Madagassisch grüßten, was uns auch bei den vielen Kindern gute Dienste leistete. Für Fotografen ist dieses Land ein Eldorado, denn meist lassen sich die Menschen gerne ablichten, sobald man um Erlaubnis fragt und eventuell anschließend noch das Bild auf dem Display zeigt. Vor allem die Kinder sind davon begeistert und stellen sich meist sogar in Pose. Nicht von ungefähr habe ich 1500 Bilder geschossen und einige aus dieser Masse könnten sogar als „richtige Fotos“ durchgehen.

 

Aber die Menschen sind als Fotomotiv auch ganz besonders reizvoll: eine Mischung aus Afrika und Asien und je nach Gebiet dunklerer oder hellerer Teint, dazu mit „Muckibuden“-Figuren ausgestattet, die wegen des Klimas und der lockeren Kleiderordnung gut sichtbar sind und für meine schönheitshungrigen Augen einen Hochgenuss bedeuteten. Ich selbst kam mir neben den schlanken, zierlichen Madagassen plump und ungelenk vor, noch dazu mit meinen 70 Jahren steinalt, denn viele Leute in meinem Alter konnte ich nicht entdecken. Tatsächlich hat das Land eine sehr junge Bevölkerung und Kinder gelten für alle der 18 Ethnien als Segen, auch weil sie die Verbindung zu den Ahnen sind und die Beerdigungsriten sicherstellen. Sie werden aufgrund – zum Glück – fehlender Kinderwagen überall herumgetragen und auch ganz selbstverständlich bei Bedarf gestillt. Eine sehr gesunde Maßnahme, weil sauberes Wasser zum Spülen von ohnehin nicht vorhandenen Fläschchen selten und teuer ist.

 

Wir sahen in fast allen Flüssen, Bächen, Tümpeln und gefluteten Reisfeldern die Menschen baden, waschen, spülen, trinken oder das Gegenteil. ;-)

 

Wir selbst hielten uns an Mineralwasser und hatten für Plastikflaschen dankbare Abnehmer. Die relative Sauberkeit, vor allem in den Dörfern, ergibt sich wohl daraus, dass sämtliche Materialien wiederverwertet werden. Leider geht man mit dem Land selbst nicht so pfleglich und ökologisch um: Der kostbare und unwiederbringliche Wald wird für Felder

immer weiter abgeholzt, oft aber auch von ausländischen Firmen für die Holzgewinnung genutzt, allen voran die Chinesen! Die hier einheimischen und endemischen Tiere werden immer weiter zurückgedrängt und ebenfalls von ausländischen „Verwertern“ gefangen und geschlachtet, um als Heilmittel oder Bushfood zumeist in China verkauft zu werden.

 

Die wenigen Nationalparks sind oft zu klein, um den Tieren ausreichend Nahrung und Lebensraum zu bieten. Wiederaufforstungsmaßnahmen werden zumeist mit schnell wachsenden Holzarten wie Eukalyptus oder Kiefern vorgenommen. Aber der Ausverkauf wertvoller Hölzer und Bodenschätze findet nicht erst seit Kurzem statt. Bereits die Kolonialmacht Frankreich beutete die Insel nach eigenem Gutdünken aus. Auch der qualitativ hochwertige Reis, der hier angebaut wird, kommt nicht in die Kochtöpfe der Madagassen, sondern wird nach China verkauft. Im Gegenzug liefern die Chinesen minderwertigen Reis zurück und bauen hin und wieder Straßen, die nach einigen Regenzeiten nur noch aus Schlaglöchern bestehen! Diese Themen griff unsere Reiseleiterin nur sehr behutsam und wertfrei auf, denn wir wollten hier ja Urlaub machen und die Schönheiten der Natur erleben und erwandern, aber auch die Menschen

und ihre Kultur kennen lernen. Und dazu hatten wir während der fast vier Wochen reichlich Gelegenheit. So bewunderten wir in der Nähe von Morondava die sogenannte Baobaballee, an der die wasserspeichernden Affenbrotbäume wie aufgereiht stehen, und im Tsingy de Bemarah-Nationalpark die sehenswerten, durch Erosion im Lauf der Jahrtausende geformten Kalksteinnadeln, sahen und erlebten die reiche Tier-und Pflanzenwelt der Insel, mit Vertretern, die nur noch oder ausschließlich hier vorkommen. Natürlich hatten es uns die Lemuren besonders angetan, die von den Madagassen Makis genannt werden. Wir sahen etliche Arten und konnten sie sogar recht gut im Bild festhalten.

 

In unserem Zeltcamp im Isalo-Nationalpark erlebten wir sie sogar als freche und gewitzte Bananenräuber! Die Kletterkünstler und Springer warteten einen günstigen Augenblick ab, ließen sich vom Dach des Unterstandes auf den Tisch fallen und griffen sich die begehrten Früchte. Die Kattas mit ihren schwarz-weiß geringelten langen Schwänzen erlebten wir hautnah im Anja-Reservat, das durch eine Privatinitiative entstanden ist und ein unvergleichlich schönes Stückchen Natur darstellt. Hier wurde auch deutlich, warum sich die Tiere zu genauen Zeiten in bestimmten Gebieten „knubbeln“! Dann nämlich sind ihre Lieblingsfrüchte reif und sie schmausen, ohne uns Besucher zu beachten. Auch auf Nachtpirsch begaben wir uns einige Male und konnten im Schein der Taschenlampen die

interessanten lichtscheueren Wesen bewundern u.a. auch eine Boa, die sich über den Weg schlängelte. Eine andere fiel unseren Köchen im Zeltlager fast auf die Köpfe, sie hatte wohl bei der Jagd nicht ausreichend auf die eigene Sicherheit geachtet. Eine andere Attraktion waren die zahlreichen Chamäleons, die wir in allen Größen und Farben sichteten, meist durch Hinweise unserer Führer oder der sehr aufmerksamen Seheno.

 

Im Bergregenwald des Ranomafana-Nationalparks regnete es passenderweise. Leider lockte die Feuchtigkeit auch winzige Blutegel an, die einige von beinahe in Hysterie versetzten. Es war aber auch zu eklig, wohin und wie schnell die wieselflinken, fadendünnen Wesen kamen. Einige Unentwegte ließen sich nicht abschrecken und starteten zu einer längeren Wanderung am Fluss und an einem Wasserfall vorbei, in Richtung Dörfer und Thermalbad. Hier machten sich die Egel rar und wir konnten entspannt das nun wieder trockene Wetter und die zauberhaft schöne Bergwelt mit ihren grün bepelzten Hängen genießen.

 

Die Strandtage in Ifaty dienten dem Ausklang und der Erholung. Aber auch hier konnten wir noch eine Besonderheit erleben, nämlich den Dornenwald, ein botanisch sehr interessantes und vielfältiges Gebiet. Im Reniala-Reservat wurden wir auf einige sehr alte und heilige Bäume aufmerksam gemacht, meist Baobabs, die hier sehr eigenwillig, nämlich flaschenförmig wachsen und für die Bevölkerung von großer Bedeutung sind, beispielsweise als Ahnensitz oder Götterthron. Außerdem sollen die Bäume heilende Kräfte haben. Als ausgesprochen erfrischend und belebend – vielleicht sogar heilend? – erwies sich die Schnorcheltour, die einige von uns unternahmen. Draußen am Riff suchten und fanden wir Nemo und ich wurde stolze „Herrin“ von etlichen Putzerfischen, die mich umschwärmten, allerdings musste ich das Vergnügen abkürzen, weil mir kalt wurde! Doch die Sonne sorgte schnell für Abhilfe und wir genossen alle die ruhige und fast ein wenig langweilige Zeit nach den intensiven, vielfältigen, begeisternden, anrührenden, spannenden, lehrreichen, abenteuerlichen, sportlichen und auch kulinarischen Erlebnissen der vergangenen Tage und Wochen, die ich in bester Erinnerung behalten werde.

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