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November 2011

Indien – der Norden und Süden

Ein Reisebericht von  Jürgen Barthel

Hallo Ihr!

Wir sind seit zwei Wochen wieder im Lande und nach nahezu vier erlebnisreichen Wochen Indien-Rundreise möchte ich Euch ein kurzes Fazit geben.

Als einziger Anbieter, den wir gefunden haben, bot WORLD INSIGHT eine Indienreise durch den Norden und den Süden an, was bei der langen Flugdauer durchaus Sinn macht. Unsere Gruppe war klein und bestand aus nur acht Personen.

Sorgen hatten wir ursprünglich wegen der Hotels: Nur 2 bis 3 Sterne und das in Indien, aber die waren erfreulich gut! Alle waren sauber und mit Bad, Klimaanlage und WC. Begrüßt wurde man oft mit Blumen- oder Muschelgirlanden und immer mit einem kühlen, erfrischenden Getränk. Keinesfalls durfte man die Eingangstür selbst aufmachen oder gar seinen Koffer transportieren – für alles gab es aufmerksame und superfreundliche Geister. Und natürlich stellte fast jedes 2-Sterne-Hotel kostenfrei einen PC zur Verfügung, mit dem man superschnell ins Internet kam. Zum Teil waren es auch einfach sehr schöne Garten- und Strandhotels, aber auch umgebaute Mogul-Paläste. Manchmal wären wir gern länger geblieben…

Die Reise war teilweise auch anstrengend. Oft waren wir 10 bis 12 Stunden unterwegs, auch über Sand- und Buckelpisten voller Schlaglöcher und chaotischem Verkehr. Aber unser Tour-Guide war kompetent, freundlich und hilfsbereit und Busse und Fahrer waren einfach Klasse.

Sorgen hatten wir ursprünglich auch ein wenig wegen der vielen Tempel und Paläste, aber auch diese Gedanken verflüchtigten sich. Was wir in diesen vier Wochen an Weltkultur- und Weltnaturerbe zu sehen bekamen, war einfach unbeschreiblich! Und jeder Tempel und jeder Palast war wieder völlig anders – aus dem Staunen kamen wir kaum heraus. Das begann schon in Delhi, unserer ersten Station, mit dem Roten Fort, das aus rotem Sandstein gebaut ist. Dort besichtigten wir auch den Qutb Minar, eines der schönsten und höchsten Minarette Indiens, und den Raj Ghat, eine Gedenkstätte, wo Ghandi nach seiner Ermordung eingeäschert wurde. Per Fahrradrikscha erkundeten wir im Anschluss daran die Altstadt Delhis.

In Jaipur eroberten wir auf einem Elefantenritt das weltberühmte Amber Fort und erforschten die Rosa Stadt. Wir besichtigten den Palast der Winde, den Stadtpalast und das Observatorium Jantar Mantar mit seiner Sonnenuhr, die schon 1730 auf zwei Sekunden genau die Zeit anzeigte. Übernachtet haben wir in einem alten Palast aus der Mogulzeit. Unsere Tour führte uns anschließend nach Agra mit dem Taj Mahal (im Nebel, pfui!) und dem dortigen Roten Fort. Auf der Fahrt nach Agra besuchten wir einen Ziegenmarkt, der war total super, und den Keoladeo-Nationalpark mit Wasservögeln, Affen und Hyänen. Einen Stopp machten wir in der „Geisterstadt“ Fatehpur Sikri, die 1570 erbaut und – vermutlich wegen Wassermangels – bald wieder verlassen wurde. Auf der Weiterfahrt erlebten wir die Mirakel indischer Autobahnen mit Elefanten, Kamel- und Maultiergespannen, Treckern, Radfahrern und Fußgängern. Natürlich alles auch gegen die Fahrtrichtung, sofern man dadurch 100 Meter sparen könnte. Ach ja, Autos gab es natürlich auch. Bei dem chaotischen Fahrverhalten interessierte sich niemand für Geschwindigkeitsbeschränkungen und auch das Wenden auf der Autobahn war üblich. Man gewöhnte sich aber schnell an alles.

Mit der indischen Eisenbahn (2 Stunden Fahrt, über 3 Stunden Verspätung) ging es dann nach Orcha, wo wir unser vielleicht schönstes Hotel vorfanden, das von einem Maharaja ohne Architekten selbst entworfen wurde. Es ist herrlich am Fluss gelegen mit Traumgarten, Traumzimmer und Traumessen. Abends saßen wir am Lagerfeuer und hörten Musik von einer Sitar und einem kleinen Schlagzeug. Außerdem gab es eine fast 400 Jahre alte Festung, an der der damalige Maharaja Bir Singh Deo 22 Jahre gebaut hat, aber in der er tatsächlich nur einen Tag gewohnt hat. Dabei ist die Festung wirklich schön.

Der nächste Höhepunkt unserer Reise war das Weltkulturerbe von Khajuraho, wo noch 25 von einstmals 85 Tempeln stehen, die bekannt sind für ihre erotische Version des Hinduismus. Die um 1.000 Jahre alten Steinmetzarbeiten zeigen jede Spielart der Erotik.

Unbeschreiblich ist schließlich Varanasi, die heiligste aller Städte in Indien, wo wir per Boot zu den Ganga-Aarti-Zeremonien und den Verbrennungsstätten gerudert wurden. Am nächsten Morgen ging es noch einmal zu den rituellen Waschungen. Jeder Hindu soll zumindest einmal im Leben hierher kommen. Noch besser ist es hier zu sterben und verbrannt zu werden. Denn wenn die Asche anschließend im Ganges verstreut wird, gelangt man unverzüglich ins Nirwana.

Per Nachtzug fuhren wir anschließend zurück nach Delhi und per Flugzeug nach Chennai, also in den Süden dieses riesigen Landes. Unsere erste Station hier war ein schönes Strandhotel in Mahabalipuram, wo wir die für mich eindrucksvollste Tempelanlage erkundeten: Fünf Einzeltempel, die alle aus je einem Granitfelsen geschlagen wurden und geradezu sensationell erhalten sind. Über 2.000 Jahre waren sie im Sand verborgen und entgingen so dem arabischen Vandalismus. Dazu kamen die berühmten Felsenreliefs, die man gesehen haben muss, um es zu glauben!

Man kann unmöglich alles aufzählen, was wir gesehen haben. Dazu gehörten auch kleine Dörfer, Kühe, Ziegen und Schweine auf den Straßen, Hunde sowieso. Unermesslicher Reichtum und bitterste Armut, farbenfrohe Kleidung und Menschen, die sowas von freundlich waren, dass man sich derlei in Deutschland gar nicht vorstellen kann. Mit jedem kam man sofort ins Gespräch, denn fast alle konnten genug Englisch, um sich zu verständigen. Dazu ein junges Land mit vielen, vielen Kindern und nur wenigen Alten, denn die Lebenserwartung liegt bei knapp 65 Jahren. Von der vorher so oft beschworenen Kriminalitätsrate (Taschendiebe, Kreditkartenbetrug) haben wir nichts mitbekommen. Wir fühlten uns jederzeit sicher, auch allein in Menschenmengen, nur die oft recht aggressive Bettelei war gewöhnungsbedürftig.

Mehr als beeindruckende Tempelanlagen sahen wir in Tanjore und Madurai. Darunter auch der atemberaubende Sri Meenakshi Tempel, der in der ganzen Welt berühmt ist. Hoch oben im Nationalpark Periyar erreichten wir ruhigere Gefilde und machten hier etwa eine Bootsfahrt und eine Wanderung im Urwald. Am gefährlichsten waren aber nicht die Tiger und frei lebenden Elefanten, sondern eine Fahrt per Bambusfloß über den See und die wirklich aggressiven Blutegel. Spezialkleidung schützte uns jedoch vor ihnen.

Es folgten zwei Tage mit einem Hausboot auf den berühmten Backwaters von Kerala – schön, komfortabel und idyllisch. Über Cochin gelangten wir nach Kovalam, wo wir im guten Strandhotel die Reise einige Tage ausklingen ließen und relaxen konnten.

Alles in allem: Schön!!!

Jürgen Barthel

Floßfahrt auf dem Periyar-See

Mit dem Hausboot durch die Backwaters von Kerala

Ochsengespann, Kerala

Rituelle Waschungen, Varanasi

Steinfiguren in Khajuraho

Tempel in Mahabalipuram

Tempelimpressionen, Madurai

Affengruppe

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