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September 2014

Uganda – die Perle Afrikas

Ein Reisebericht von  Steffi Brandenburg

Steffis Traum von Uganda wurde wahr: Auf Pirschfahrten, Wanderungen und beim Gorilla-Tracking erlebte sie die einheimische Tier- und Pflanzenwelt hautnah.

Winston Churchill nannte Uganda einst die Perle Afrikas. Ob das stimmt, davon wollte ich mich selbst überzeugen und machte mich auf den Weg nach Uganda.

Wir landeten in Entebbe: Geschafft, aber froh, endlich angekommen zu sein, verließen wir den Flieger und wurden bereits von unserem Reiseleiter Julius und Fahrer Gashum erwartet. Die Fahrt zum Hotel war sehr kurz und wir fielen müde in die Betten.

Der nächste Morgen erwartete uns mit Sonnenschein. Vom Hotel konnten wir auf den Victoria-See schauen. Und dahin sollte uns der heutige Ausflug führen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Botanischen Garten von Entebbe. Bei einem gemütlichen Spaziergang entlang des Seeufers sahen wir bereits so manchen schönen Vogel und einige exotische Pflanzen. Sogar ein paar schwarzweiße Colobusaffen sprangen in den Bäumen umher. Am Nachmittag hatten wir dann Freizeit, welche einige Mitreisende und ich dazu nutzten, einen Bummel durch Entebbe zu unternehmen. Wir schlenderten die Hauptstraße entlang, aber wirklich viel zu sehen gibt es in Entebbe nicht.

Auf dem Weg zu unserem ersten Ziel durchquerten wir Kampala, die Hauptstadt Ugandas. Die Stadt erwachte gerade und es war unglaublich spannend: Viele Menschen waren unterwegs, manche mit Körben voller Obst auf dem Kopf, vollgepackte Fahrräder wurden geschoben, Straßenverkäufer boten ihre Waren an – afrikanisches Leben pur! Ich wusste gar nicht, wohin ich als erstes schauen sollte. Irgendwann haben wir das Verkehrschaos der Großstadt hinter uns gelassen und fuhren über Land.

Angekommen im Ziwa Rhino Sanctuary hatten wir auf unserer Pirschwanderung gleich Glück: Auf der Suche nach Breitmaulnashörnern mussten wir gar nicht weit laufen, bis wir auf eine Gruppe von drei Nashörnern trafen. Begleitet vom kundigen Guide, konnten wir die Tiere sehr gut aus der Nähe beobachten. Einen kleinen Schreck bekamen wir, als plötzlich eines der Tiere aus dem Gebüsch gestürmt kam. So viel Aufregung machte hungrig und wir verbrachten die Mittagspause bei gutem Essen im Schutzgebiet. Am späten Nachmittag erreichten wir die traumhafte Murchison River Lodge. Von der Lodge hatte man einen fantastischen Blick auf den Nil. Im Zelt konnte man nachts die Hippos im Fluss grunzen hören.

Auf den nächsten Tag freute ich mich besonders. Es stand die erste Pirschfahrt der Reise an. Und damit wir viele Tiere sehen konnten, hieß es wieder: früh raus aus dem Bett. Bereits morgens um 7 Uhr setzten wir mit einer nicht ganz TÜV-tauglichen Fähre über den Nil. An diesem frühen Morgen lag noch etwas Nebel über der Landschaft und die Stimmung war sehr ruhig und friedlich. Wir sahen sehr viele Tiere: Rothschildgiraffen, Uganda-Kobs, Büffel, Wasserböcke, Warzenschweine, Elefanten und und und. Doch der absolute Höhepunkt war der sehr seltene Schuhschnabelstorch. Wir konnten unser Glück kaum fassen, hatte doch keiner damit gerechnet, diesen Vogel je zu sehen. Auch der Nachmittag hielt ein Highlight für uns bereit: Eine Bootsfahrt auf dem Nil, an deren Ende die wunderschönen Murchison Fälle standen. Auch die Bootsfahrt brachte uns den Tierreichtum des Landes näher. Viele Nilpferde im Wasser, schöne Vögel am Ufer, sogar ein Krokodil sahen wir. Nach etwa zwei Stunden erreichten wir die Murchison Fälle. Wir stiegen aus dem Boot und machten uns zu Fuß auf den Weg. Immer oberhalb des Nils entlang, konnten wir hin und wieder einen Blick auf die Fälle werfen. Von einem Felsen aus hatten wir dann einen frontalen Blick auf den Wasserfall. Der Victoria-Nil zwängt sich hier durch eine sieben Meter breite Schlucht und stürzt 43 Meter in die Tiefe. Was für ein toller Anblick!

Wir verließen dieses schöne Fleckchen Erde und hatten einen langen Fahrtag vor uns. Doch die Zeit verging wie im Flug, gab es doch ständig etwas zu sehen. Es waren sehr viele Menschen auf den Straßen unterwegs, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Moped. In den Ortschaften konnten wir das Alltagsleben beobachten, dazu diese herrliche rote Piste mit den grünen Bäumen und Büschen am Rand und die vielen Teeplantagen. Dieses Bild hat sich in mein Gedächtnis gebrannt. Am Abend erreichten wir Fort Portal. Von dort machten wir uns am nächsten Tag auf zum Schimpansen-Tracking im Kibale-Wald. Der Kibale Forest-Nationalpark weist die höchste Primatendichte der Welt auf. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt und schon ging es los: mitten durch den Wald, über Baumstämme und durch Schlammlöcher. Irgendwann sahen wir den ersten Schimpansen, es folgten viele weitere. Auch an diesem Tag hatten wir wieder Glück, die Schimpansengruppe war gerade auf Patrouille und somit auf dem Boden unterwegs. Das machte es für uns sehr leicht, die Tiere zu beobachten. Nach einer Stunde mussten wir die Schimpansen wieder verlassen, glücklich über das Erlebte.

Am Nachmittag stand eine ruhige Wanderung durch das Bigodi Wetland-Reservat an. Dieses Sumpfgebiet ist die Heimat von acht Primatenarten und unzähligen Vogelarten. Über Holzstege ging es vorbei an Papyrusgräsern durch den Sumpf. Wir sahen wieder einige schwarzweiße Colobusaffen und Rotschwanzaffen. Zum Ende der Wanderung hörten wir aus der Ferne das Donnergrollen eines nahenden Gewitters. Kaum im Auto, begann es in Strömen zu regnen.

Begleitet von einem wunderschönen Sonnenaufgang machten wir uns tags darauf auf in den Queen Elizabeth-Nationalpark. Anlässlich des Besuchs von Königin Elizabeth II. wurde der Park 1954 in den heutigen Namen umbenannt. Auf dem Weg zur Lodge unternahmen wir eine erste Pirschfahrt. Kaum im Park, sahen wir auch schon Löwen. Wir konnten unser Glück kaum fassen, denn auch mit der Sichtung von Raubkatzen hatten wir nicht gerechnet. Wir sahen weiterhin die üblichen Tiere – Wasserböcke, Antilopen, Büffel und Warzenschweine. Sogar eine Hyäne konnten wir beobachten, wie sie hinter einen Busch lief. Angekommen in der Lodge mit Blick auf den Lake George konnten wir uns ein bisschen ausruhen, bevor wir am späten Nachmittag zur zweiten Pirschfahrt aufbrachen. Und das Glück blieb uns treu, sahen wir doch wieder mehrere Löwen faul im Gras dösen. Nach diesem gelungenen Tag freuten wir uns alle auf den Abend.

Der nächste Tag hielt neue Abenteuer für uns bereit. Wir machten eine Wanderung durch die Kyambura-Schlucht. Der Blick in die Schlucht war fantastisch und so begannen wir den Abstieg, der sich allerdings rutschige Angelegenheit erwies: Durch nächtliche Regenfälle war der steile Weg hinab eine einzige Rutschpartie. Unten angekommen ging es wieder durch den Tropenwald. Im Fluss mit seinem rotorangenen Wasser leben viele Flusspferde. Die Wanderung war durch den matschigen Untergrund doch recht anstrengend, und als wir den Fluss nur über einen Baumstamm überqueren sollten, da hat mich kurzzeitig der Spaß verlassen. Aber es ist alles gut gegangen, auch den steilen und rutschigen Aufstieg haben wir mit Hilfe des Guides bewältigt. Der Nachmittag sollte sich dann zum Glück etwas gemütlicher gestalten. Wir unternahmen eine Bootsfahrt auf dem Kazinga-Kanal, welcher den Lake George mit dem Lake Edward verbindet. Wir konnten wieder sehr viele Nilpferde, Büffel, Nilwarane und Vögel beobachten. Auch kamen wir an einem Fischerdorf vorbei, in dem die Fischer sich gerade für ihre nächtliche Ausfahrt bereit machten. Auf dem Weg zurück zu unserer Lodge am Lake George konnten wir noch eine große Elefantenherde beobachten, allerdings waren die Tiere durch irgendetwas sehr aufgebracht und es gestaltete sich dann doch recht schwierig, an ihnen vorbeizufahren.

Wir verließen die Savannenlandschaften im Westen Ugandas und machten uns auf den Weg zum Lake Mutanda und dem Höhepunkt der Reise. Die Landschaft wechselte vom goldenen Savannengelb zum Grün der Regenwälder. Wir durchfuhren hügelige Landschaften und gelangten ins Hochland. Es ging vorbei an Teeplantagen und über rote Pisten. Unsere Lodge am Lake Mutanda lag traumhaft direkt am See. Von der Terrasse unserer Hütte hatten wir einen grandiosen Blick auf die Virunga-Vulkane im Grenzgebiet zum Kongo. Wir ließen den Tag ruhig ausklingen und bei jedem stieg die Nervosität, was wohl der nächste Tag bringen würde. Das Gorilla-Tracking stand bevor! Um halb sechs fuhren wir los zum Bwindi Impenetrable-Nationalpark. Pünktlich um acht wurden wir von einem Ranger auf das Tracking vorbereitet. Man sagte uns, unsere Gorillafamilie wäre nur eine Stunde vom Hauptquartier des Nationalparks entfernt und so machten wir uns auf den Weg. Es ging vorbei an Feldern auf der einen Seite und dem Regenwald auf der anderen Seite. Irgendwann half es natürlich nichts und wir mussten mittenrein in das undurchdringliche Gewirr aus Blättern und langen Schlingwurzeln. Ein Ranger machte den Weg vorneweg mit der Machete frei. Dann war es soweit, wir erreichten eine kleine Lichtung auf der wir alles bis auf unsere Kameras zurücklassen mussten. Ich sah schon einen Busch mit seinen Blättern rascheln und konnte es kaum glauben, dass ich jetzt endlich die Gorillas sehen durfte. So lange hatte ich darauf hin gefiebert und nun war es soweit, mein Traum sollte in Erfüllung gehen. Als erstes sahen wir dann auch gleich den Silberrücken der Bweza-Familie. Er saß gemütlich im Gebüsch und ließ sich seine Blätter schmecken. Die Familie hatte auch ein Baby dabei, welches sich auf einem Baumstamm räkelte. Auch die anderen Familienmitglieder zeigten sich uns in voller Pracht. Die Stunde ging so schnell vorbei und ich bin so froh, diese einmalige Begegnung erlebt zu haben. Überglücklich fuhren wir zurück zu unserer Lodge und ruhten uns am Nachmittag aus.

Weiter führte uns die Reise zum Lake Bunyonyi auf fast 2.000 Meter Höhe gelegen. Unsere Lodge auf einer Insel im See war sehr schön, doch die Insel so klein, dass man sie in nicht mal zehn Minuten umrundet hatte. Und da auch das Wetter recht feucht und kalt war, konnten wir es kaum erwarten, dass abends das Lagerfeuer entfacht wurde. Wir hatten einen Tag Freizeit und unternahmen wieder eine Bootsfahrt auf dem See. Es war sehr nebelig und durch die spiegelglatte Oberfläche des Sees entstanden tolle mystische Bilder. Trotzdem waren wir alle froh, die Insel am nächsten Tag verlassen zu können. Mit so viel Ruhe konnten wir nach all den aufregenden Erlebnissen nichts anfangen.

Auch im Lake Mburo-Nationalpark unternahmen wir eine Pirschwanderung, die uns Landschaft und Natur nochmal aus einer ganz anderen Perspektive zeigte. Wir schlichen durch den Busch, um die Zebras und Antilopen nicht zu erschrecken. In der Ferne sahen wir dann sogar noch Elan-Antilopen, diese prächtigen Tiere hatte ich bisher auf keiner meiner Afrika-Reisen gesehen!

Leider ging die Zeit in Uganda nun zu Ende. Auf dem Weg zum Flughafen hielten wir noch am Äquatordenkmal an und kauften die letzten Souvenirs. Da unser Flieger erst spät am Abend gehen sollte, genossen wir ein Abschiedsessen in einem schönen Restaurant in Entebbe mit Blick auf den Victoria-See. Wehmütig verabschiedeten wir uns von Julius und Gashum und traten die Heimreise an.

Nach zwei unglaublich schönen und spannenden Wochen in Uganda kann ich feststellen, dass Winston Churchill Recht hatte: Uganda ist die Perle Afrikas.

 

 

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