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März 2015

Unter weißen Segeln den Nil aufwärts

Ein Reisebericht von  Haike Dietrich

Schon lange hegte Haike Dietrich den Wunsch, das mystische Land der Pharaonen zu erkunden. Fasziniert berichtet sie von den Pyramiden, ehrwürdigen Tempeln und dem längsten Fluss der Welt.

Unter weißen Segeln nilaufwärts! So fiel mein erster Blick auf die Reise nach Ägypten. Eigentlich hatte ich eine Reise nach Südafrika gesucht. Ägypten in Zeiten wie diesen war eigentlich nicht geplant. Da Ägypten aber schon immer ein Kindheitstraum von mir war, wurde ich neugierig und las mir die Beschreibung der Reise durch: Von der Beschreibung her war es die Reise, die ich schon immer machen wollte. Gesagt getan, nicht lange nachdenken, dieses Jahr sollte es also nach Ägypten gehen.
Im Februar ging es also von München nach Frankfurt und von dort dann nach Kairo. Wir wurden in  Kairo, gleich im Ankunftsbereich, bereits mit den Visa erwartet und so ging es dann ruck zuck zu unserem Hotel in Gizeh. Am nächsten Morgen fiel der erste Blick aus meinem Hotelfenster auf ein Stück der Pyramidenspitze.

An diesem Tag waren ein Ausflug zur Zitadelle und der Alabastermoschee Mohammed Alis geplant. Als wir dorthin fuhren, äußerte eine Mitreisende die Bitte mal bei der Stadt der Toten vorbei zu fahren und unser Reiseleiter Ihab erfüllte den Wunsch prompt. Kurz konnten wir Einblick nehmen in das Leben der Menschen dort, Tür an Tür mit den Toten. Ein sehr berührender Augenblick. Weiter ging es dann zur Zitadelle mit einem atemberaubenden Blick über Kairo. Danach mussten alle Mitreisenden (wir waren eine Gruppe von acht Personen plus Ihab unser Reiseleiter) erst einmal Geld tauschen. Als das erledigt war, kämpften wir uns zu Fuß durch das Gewühl in den Straßen und Gassen zum ägyptischen Museum. Leider durfte dort nicht fotografiert werden. Aber es war sehr beeindruckend, all die Statuen, Grabmitgaben und Dinge aus dem täglichen Leben vor Tausenden von Jahren zu sehen. Irgendwie machte sich dann doch nach all den Eindrücken der Hunger breit und wir kamen in den Genuss von Falafel in Fladenbrot. Was war das gut! Wir erkundeten dann noch Kairo per Fuß, bis wir dann am nördlichen Ende der berühmten Straße Sharia al-Muizz li-Din Allah durch das Stadttor Bab al-Futuh noch einen kleinen Bummel durch die Altstadt unternehmen konnten.

Am nächsten Tag war es dann soweit. Der Tag der Pyramiden! Zuerst ging es nach Gizeh. Man muss diesen Ort einfach erlebt haben –  ein wahrer Augenöffner. Da stehen sie nun schon seit Jahrtausenden: die Pyramide von Cheops, die des Chephren und die des Mykerinos. Eine Anzahl kleinerer Pyramiden reiht sich um die Großen. Da zurzeit nicht so viele Touristen in der Gegend sind, konnten wir den Anblick der Giganten nun umso mehr genießen. Das Highlight hier war natürlich die Sphinx. Bis man eigentlich begriff, was man dort sah, ging es auch schon weiter. Die sogenannte "rote Pyramide“ in Dahschur und die Knickpyramide waren optional zu buchen und sind allemal den Besuch wert. In der roten Pyramide konnten wir sogar in das Innere steigen und die Grabkammer besichtigen!

Zum Abschluss ging es nun noch nach Sakara, zur Stufenpyramide des altägyptischen Königs Djoser. Sie liegt in einem Komplex, in dem es noch andere zeremoniellen Bauten, Strukturen und Höfe für den Totenkult gibt. Wer nun glaubt, der Tag sei nun schon zu Ende gewesen, der irrt sich! Abends ging es zurück nach Gizeh und wer wollte, konnte die Pyramiden in einem ganz besonderen Licht sehen: Ein Spektakel aus Licht, Erzählung und Musik. Abschließend noch ein schönes Abendessen (beides optional).

Am nächsten Tag ging es noch einmal in das Getümmel von Kairo, wo wir dieses Mal das jüdische und koptische Viertel mit seinen Kirchen und Synagogen besichtigen konnten. Sehr interessant war dort die sogenannte „hängende Kirche“. Eine der ältesten Kirchen Ägyptens.
Am Nachmittag ging es mit dem Flugzeug nach Luxor und zunächst erst einmal ins Hotel. Natürlich hat Luxor sehr viel zu bieten und es war gut, dass hier etwas mehr Zeit eingeplant war.
Als erstes wurden die Memnonskolosse besichtigt, welche zurzeit noch restauriert werden. Danach ging es weiter zum Tal der Könige mit seinen teilweise sehr gut erhaltenen Grabanlagen, leider war Fotografieren dort verboten. Je nach Interesse hatten wir die Möglichkeit drei Gräber zu besichtigen. Dabei zeigten sich uns sehr farbenfrohe Grabkammern!

Bei der nächsten Besichtigung ging es dann zum Totentempel der Hatschepsut. Für mich persönlich ein sehr imposantes Gebäude vor beeindruckender Bergkulisse. Am Spätnachmittag konnten wir noch einen Eselsritt über Felder und Bauerndörfer genießen. Überall winkten uns die Menschen freudig entgegen. Nachdem wir den Ritt auf den Eseln gut überstanden hatten, gab es eine kurze Pause im Hotel, um dann zum Sonnenuntergang im Luxor-Tempel den Abend ausklingen zu lassen. Der Luxor-Tempel wird abends immer ganz fantastisch angestrahlt. Eine geradezu mystische Stimmung legte sich über den Tempel – ein absolutes Ereignis für jeden Fotografen.

Am nächsten Morgen um 5.00 Uhr konnte jeder, der wollte den Sonnenaufgang erleben und zwar mit einem Heißluftballon auf 1.000 m Höhe. Es war ganz ruhig, die aufgehende Sonne färbte das Tal der Könige leicht rot ein. Während man so dahin schwebte,  wollte man eigentlich, dass es nie mehr endet. Auf dem Boden, in unserem Fall Acker, wieder gut angekommen, ging es für die Ballonfahrer schnell zum Frühstück und danach machte sich die Gruppe auf den Weg zu einem Ausflug nach Abydos und Dendera (beides optional). Der Tempel in Dendera ist aufgrund der fantastisch farbigen, restaurierten Steinreliefs für mich der schönste auf der ganzen Reise. Ein wirklich unvergessener Anblick.
Nach einer längeren Fahrt kamen wir dann in Abydos an. Auch hier erwartete uns eine sehr schöne und gut erhaltene Tempelanlage. Zur Stärkung gab es dort in einem "Dorfimbiss" Eier, Käse und Fladenbrot. Man glaubt kaum, wie gut ein einfaches Essen doch schmecken kann. Danach machten wir uns wieder auf den langen Weg nach Luxor in unser Hotel.

Am nächsten Tag ging es am Morgen mit der Kutsche zum Karnak-Tempel. Ein riesiger, sehr beeindruckender Tempel. Auch hier gab es wieder Fotomotive ohne Ende. Am frühen Nachmittag fuhren wir nach Esna, wo unsere Dahabiya auf uns wartete. Dieses Segelschiff sollte uns nun für die nächsten fünf Tage als Unterkunft dienen. Nun begann der entspannende Teil der Reise.
Ich war ganz begeistert von meiner Unterkunft, ein Schlafbereich und ein kleines Bad. Was will man mehr? Auf Deck wurden die Speisen eingenommen, denn hier gab es Vollpension! Es gab hier die Möglichkeit auf Liegestühlen entspannt auf den Nil zu blicken, oder sich auf einem der Polster nieder zu lassen, um zu lesen. Aber der Nil gab uns so viele Fotomotive, da war an Lesen nicht zu denken. Von unserer Mannschaft wurden wir fantastisch bekocht. Man konnte kaum glauben, was man so alles in einer so kleinen Kombüse kochen kann. Aber auch hier gab es immer wieder Ausflüge wie beispielsweise zum Steinbruch bei Jebel Elsilsila, zu Bauern, die am Fluss leben, zum Hormoheb-Tempel, sowie dem Doppeltempel von Kom Ombo. Auch ein Marktbesuch in Darau stand auf dem Besichtigungsprogramm.

Langsam aber sicher endete unsere Nilfahrt und wir näherten uns Assuan. In Assuan gab es noch einen Steinbruch mit einem unvollendeten Obelisken zu besichtigen. Es ist kaum zu glauben, wie man so ein großes Teil in einem Stück aus dem Stein herausarbeiten kann. Danach ging es noch zum Assuan Staudamm, ein beeindruckendes Projekt mit all seinen Vor- und Nachteilen. Nachmittags fuhren wir zum Tempel von Philae, der sich nun durch eine „Umzugsaktion“ auf einer Insel befindet. Dort neigte sich der Tag langsam seinem Ende zu. Unsere letzte Nacht auf der Dahabiya und unser letztes Abendessen! Am nächsten Tag sollte es um 4.00 Uhr nach Abu Simbel gehen.

Das Wetter hatte sich geändert und statt strahlendem Sonnenschein hatten wir nun einen Sandsturm. Es war nicht mehr an eine Fahrt nach Abu Simbel zu denken. So lagen wir nun vor Anker bei Assuan. Leider konnten wir am vorletzten Tag vor lauter Sturm nichts unternehmen. So fuhren wir in unser Hotel, wo wir uns entspannen konnten. Am Abend fuhren wir noch kurz auf einen Drink in das Old Katarakt Hotel. Ein Teil unserer Reisegruppe fuhr an diesem Abend noch zu einer privaten nubischen Hochzeit. Es war wohl ein sehr besonderes und für uns natürlich nicht alltägliches Erlebnis. Das uns die Möglichkeit geboten wurde, dort mit teilzunehmen war reine Glückssache, also nicht "optional" zu buchen! Am letzten Tag, bei wieder herrlichem Sonnenschein ging es dann doch noch nach Abu Simbel. Einfach beeindruckend, was damals erbaut wurde und was die Menschen für Anstrengungen unternommen haben, um den Tempel vor den Fluten in den Jahren 1963-1968 zu retten.
Als wir wieder zurückgekommen waren, war es früher Nachmittag. Eine Mitreisende und ich wollten die Reise bei einem guten Essen ausklingen lassen, andere schauten sich noch die Insel Elephantine an, wiederum andere verbrachten den Rest der Zeit im Hotel, bis wir uns wieder auf den Weg nach Hause machten.

Eine wundervolle, erlebnisreiche Reise ist zu Ende. Ihab, unser Reiseleiter, der seiner Gruppe wirklich jeden Wunsch von den Augen abgelesen hatte und auch das vielleicht Unmögliche möglich gemacht hatte, gab mir zum Abschied noch folgendes altägyptisches Sprichwort mit auf den Heimweg: "Wer einmal aus dem Nil trinkt, kommt immer wieder zurück." Wer weiß...

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