Gesundheit auf Reisen

Was man alles beachten sollte, um auf Reisen gesund zu bleiben

Reisen in ferne Länder bedeuten nicht nur Abenteuer und Erholung, sondern auch eine gewisse Umstellung und Anpassung des Körpers an die Bedingungen vor Ort. Nachfolgend finden Sie Informationen, um sich gut auf Ihre Reise vorzubereiten und einen ersten Überblick zu Gesundheit auf Reisen zu erhalten.

Unsere Hinweise ersetzen jedoch keine reisemedizinische Beratung durch einen Arzt, Apotheker oder ein tropenmedizinisches Institut, die Sie fachkundig über medizinische Gesundheitsrisiken aufklären können.

Mücken- und Insektenschutz

Um Krankheiten vorzubeugen, die durch Mücken und Insekten übertagen werden, sind unterschiedliche Schutzmaßnahmen möglich:

  • lange, helle Kleidung, die den Körper bedeckt
  • Insektenschutzmittel in Form von Sprays, Gels oder Cremes, z.B. mit den Wirkstoffen DEET oder Incaridin, sowohl tagsüber als auch nachts
  • Aufenthalt in mückengeschützten Räumen mit Klimaanlage oder Fliegengittern während und nach der Dämmerung

Sonnenschutz

Die Sonneneinstrahlung in fernen Ländern ist oftmals stärker als hierzulande und der Körper muss dementsprechend geschützt werden. Daher wird zur Vorbeugung von sonnenbedingten gesundheitlichen Schäden zu folgendem geraten:

  • Sonnenschutzcreme mit dem Hauttyp entsprechenden Lichtschutzfaktor
  • Sunblocker bei besonders starker UV-Strahlung am Wasser und in den Bergen
  • ggf. UV-Schutzkleidung und Kopfbedeckung, z.B. am Strand oder beim Baden
  • Sonnenbrille bei lichtempfindlichen Augen
  • Mittagssonne meiden

Impfungen

Neben den Standardimpfungen ergeben sich je nach Reiseland und Reisezeit weitere Impfempfehlungen, die Sie bei der jeweiligen Reise finden. Vor der Reise sollten Sie sich allerdings bei einer reisemedizinisch beratenden Arztpraxis oder Apotheke sowie einem tropenmedizinischen Institut über entsprechende Impfungen und Gesundheitshinweise umfassend informieren. 

Standardimpfungen

  • Diphtherie wird durch Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt zu Kranken übertragen. Es besteht eine weltweite Impfempfehlung, ggf. ist eine Auffrischung notwendig.
  • Hepatitis A wird häufig über verunreinigte Nahrungsmittel, insbesondere Krustentiere, und Trinkwasser übertragen. Eine Grundimmunisierung für ca. 10 Jahre ist bei vorschriftsgemäßer Impfung gegeben.
  • Hepatitis B wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Nach einer abgeschlossenen Grundimmunisierung ist die Impfung ca. 10 Jahre wirksam.
  • Pertussis (Keuchhusten) ist im Rahmen des deutschen Impfkalenders als Impfung vorgesehen.
  • Polio (Kinderlähmung) wird durch verunreinigte Nahrungsmittel und seltener von Mensch zu Mensch übertragen. Polio kommt nur noch in wenigen afrikanischen und asiatischen Ländern vor. Hier wird eine Impfung bzw. Auffrischung empfohlen.
  • Tetanus (Wundstarrkrampf) wird über Verletzungen der Haut übertragen, daher ist generell ein Impfschutz weltweit empfohlen.

Weitere wichtige Impfungen

  • Gelbfieber wird durch tag- und nachtaktive Stechmücken, den Tigermücken, übertragen. Fast 100%iger Schutz wird durch eine Impfung erreicht. Zusätzlich sollte Mückenschutz wie Repellents oder lange, helle Kleidung verwendet werden. Eine Gelbfieberimpfung kann in bestimmten Ländern auch Einreisevorschrift sein.
  • Malariaprophylaxe ist zwar keine Impfung, dient aber der medikamentösen Vorbeugung gegen Malaria, die durch die nachtaktive Anopheles-Mücke übertragen wird. Auch hier gilt die Vorbeugung von Mückenstichen durch Repellents und lange, helle Kleidung.
  • Typhus wird durch verunreinigte Nahrungsmittel und Trinkwasser übertragen. Mit einer Impfung erreicht man ca. 60%igen Schutz, des Weiteren sollte auf allgemeine Nahrungsmittelhygiene geachtet werden.

Andere Impfungen

  • Cholera wird über Nahrungsmittel oder Trinkwasser übertragen, das Risiko ist allerdings sehr gering. Trotzdem sollte auf Nahrungsmittelhygiene geachtet werden. Eine Impfung bietet zudem bis zu 85%igen Schutz.
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) kann durch einen Zeckenbiss übertragen werden und kommt hauptsächlich in Europa vor. Mit einer Impfung erreicht man einen vollständigen Schutz. Zusätzlich sollte Zecken-Repellent benutzt und geschlossene Kleidung getragen werden.
  • Japanische Enzephalitis wird durch nachtaktive Mücken in Teilen Asiens übertragen. Eine Impfung ist für Erwachsene möglich und sollte bei Bedarf aufgefrischt werden.
  • Meningokokken-Meningitis wird durch Tröpfcheninfektion bei engem Kontakt zu Kranken übertragen. Eine Impfung bietet Schutz gegen die außerhalb von Mitteleuropa vorkommenden Meningokokken.
  • Tollwut wird meistens durch Bisse von infizierten Tieren übertragen. Eine Impfung bietet wirksamen Schutz, Kontakt zu fremden oder streunenden Tieren sollte vermieden werden.

Reiseapotheke

In die Reiseapotheke gehören Medikamente, die Sie zuhause regelmäßig nehmen, und solche, die bei leichteren Erkrankungen im Akutfall vor Ort helfen. Dauermedikation und persönliche Medikamente gehören unbedingt ins Handgepäck. Bitte beraten Sie sich hierzu mit Ihrem Arzt.

Damit Sie auf Reisen gut ausgestattet sind, gehören u.a. Medikamente gegen folgende Beschwerden in die Reiseapotheke:

  • Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Reisekrankheit
  • Fieber, Schmerzen und Erkältungsbeschwerden
  • Hautverletzungen, Verbrennungen und Insektenstiche
  • Sonnenschutz mit entsprechendem LSF
  • Mücken- und Insektenschutz
  • Pflaster und Verbandsmaterial

Essen und Trinken

Meist ist das Angebot an landestypischen Gerichten so vielfältig wie das Land selbst: Es steht Ihnen die ganze Küche des Landes zur Verfügung. Ihr Reiseleiter ist Ihnen bei der Auswahl gerne behilflich und gibt Ihnen Tipps zu gehobenen oder einfachen Restaurants oder zu einladenden Garküchen am Straßenrand. Hinzu kommt oft eine Fülle an Früchten und Gemüse, die direkt vor der Haustür wachsen und daher besonders gut schmecken. Auch regionale Getränke sollten unbedingt probiert werden.

„Cook it, peel it or forget it” hat sich als Vorsichtsmaßnahme bewährt und gilt noch immer. Verzichten Sie lieber auf ungeschältes Obst, Salate, rohen Fisch/Fleisch und Eiswürfel in einfachen Restaurants. Leitungswasser sollte grundsätzlich nicht getrunken und auch nicht zum Zähneputzen genutzt werden.

Höhenkrankheit

Zu der Höhenkrankheit kann es kommen, wenn der Aufstieg in Höhen über ca. 2.500 Meter zu schnell geschieht und der Körper sich deshalb nicht ausreichend an die Höhe akklimatisieren kann. Der abnehmende Druck und Sauerstoffgehalt der Luft führt zu verminderter Sauerstoffsättigung des Blutes, unter dem besonders die Lunge und das Gehirn leiden. Das erste Stadium der Höhenkrankheit (Akute Bergkrankheit) weist Symptome wie Abnahme der Leistungsfähigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Schlaflosigkeit auf, die sich durch einen Ruhetag bzw. einen Abstieg wieder bessern. In manchen Fällen kann es bei fortschreitenden Beschwerden bei Höhen oberhalb von 3.000 Metern zum Höhenlungenödem kommen, bei dem ein sofortiger Abstieg zur Besserung führt. In ganz schweren Fällen kann die Erkrankung in Höhen über 5.000 Metern zum Höhenhirnödem führen, wo ein sofortiger Abstieg sowie Sauerstoffzufuhr und Medikamente notwendig sind.

Grundsätzlich ist das Risiko der Höhenkrankheit für alle gesunden Erwachsenen gleich, unabhängig vom Alter oder körperlicher Fitness.

Bitte lesen Sie hierzu auch die ausführlichen Hinweise zum Thema Höhenkrankheit in unseren Reiseinformationen bei Reisen, in denen wir in entsprechenden Höhen unterwegs sind. 

Reise-Krankenversicherung

Trotz sorgfältiger Gesundheitsvorsorge kann es während einer Reise zu Verletzungen oder Erkrankungen kommen. Grundsätzlich ist in allen größeren Städten eine ausreichende medizinische Infrastruktur gegeben und somit die medizinische Erstversorgung gewährleistet.

Eine private Reise-Krankenversicherung deckt die eventuell entstehenden Kosten ab, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet werden, z.B. auch für den krankheits- oder unfallbedingten Rücktransport nach Deutschland. Wir raten daher dringend zu dem Abschluss einer entsprechenden Versicherung und vermitteln Ihnen auf Wunsch die passende Versicherung über die „ERV – Europäische Reiseversicherung AG“.

Weiterführende Links

Für weitere Informationen zum Thema „Gesundheit auf Reisen“ empfehlen wir folgende Links: